Bilingualer Unterricht
in zwei Sprachen daheim
- Bilingualer Zug: Deutsch-Englisch
- Bilingualer Zug: Deutsch-Russisch
- Teilnahme an einer Studie über bilingualen Unterricht
Bilingualer Zug Deutsch - Englisch
| Klasse 5: | |
|---|---|
| Englisch | 1. Fremdsprache (mit verstärkter Stundenzahl), Englisch ist bilinguale Sprache. |
| Russisch | 2. Fremdsprache |
| Klasse 8: | |
| Französisch | 3. Fremdsprache |
| Erdkunde | in englischer Sprache bis Klasse 10 |
| Klasse 9: | |
| Geschichte | in englischer Sprache bis Klasse 10 |
| Klasse 10: | |
| Latein | 4. Fremdsprache möglich |
| Gymnasiale Oberstufe | |
| Englisch | 1. Leistungskurs |
| Politische Wissenschaft | in englischer Sprache |
Bilingualer Zug Deutsch - Russisch
| Klasse 5: | |
|---|---|
| Englisch | 1. Fremdsprache |
| Russisch | 2. Fremdsprache (mit verstärkter Stundenzahl), Russisch ist bilinguale Sprache. |
| Klasse 8: | |
| Französisch | 3. Fremdsprache |
| Erdkunde | in russischer Sprache bis Klasse 10 |
| Klasse 9: | |
| Geschichte | in russischer Sprache bis Klasse 10 |
| Klasse 10: | |
| Latein | 4. Fremdsprache möglich |
| Gymnasiale Oberstufe | |
| Russisch | 1. Leistungskurs |
| Politische Wissenschaft | in russicher Sprache |
Bilingualer Unterricht
Die Schüler der bilingualen Züge der Johann-Gottfried-Herder-Oberschule werden zur fünften Klasse aufgenommen. Sie haben die Wahl zwischen dem Englisch-Zug mit verstärktem Englischunterricht und Englisch als bilingualer Fremdsprache und dem Russisch-Zug mit verstärktem Russischunterricht und Russisch als bilingualer Fremdsprache. „Bilingual“ bedeutet, dass ab einer bestimmtem Klassenstufe (z. Zt. in den Klassenstufen 9, 10 und 11) der Unterricht in den Sachfächern Erdkunde und Geschichte in englischer bzw. russischer Sprache erteilt wird. In der gymnasialen Oberstufe wird die bilinguale Ausrichtung fortgesetzt, der Unterricht im Fach „Politische Wissenschaft“ findet in englischer bzw. russischer Sprache statt.
Das bilinguale Unterrichtskonzept wird vorbereitet durch eine Ausstattung mit zusätzlichen Unterrichtsstunden in den bilingualen Fremdsprachen in Abweichung zum Regelzug und zusätzlichen Teilungsunterricht sowohl in den Fremdsprachen als auch in den bilingualen Sachfächern.
Im Rahmen einer Harmonisierung des bilingualen Konzepts mit dem anderer Schulen besonderer pädagogischer Prägung werden ab dem Schuljahr 2007/2008 bilinguale Module im Fach Erdkunde bereits in der 8. Klasse und im Fach Geschichte in der 9. Klasse eingeführt.
In der Gymnasialen Oberstufe gilt Politische Wissenschaft als bilinguales Sachfach. Es muss 3. oder 4. Prüfungsfach im Abitur sein. Die Zielsprache muss als Leistungsfach belegt werden. Daneben muss eine weitere moderne Fremdsprache zum Abitur geführt werden. Die Teilnahme und der Verlauf des bilingualen Bildungsgangs werden durch ein Zertifikat bescheinigt.
Insgesamt zeichnet sich der bilinguale Sachfachunterricht durch einen sehr deutlichen Zuwachs im Bereich der Fremdsprachenkompetenz aus, wobei die sachfachlichen Kompetenzen der bilingualen Schülerinnen und Schüler nicht hinter denen der Regelzüge zurückstehen (siehe auch: Teilnahme der Johann-Gottfried-Herder-Oberschule an der Evaluierung des bilingualen Unterrichts an Berliner Schulen durch Prof. Dr. W. Zydatiß). Vor allem die Förderung des Ausdrucksvermögens im politisch-gesellschafts-wissenschaftlichen Bereich eröffnet den bilingualen Schulabgängern besondere Chancen auf Studien- und Praktikumsmöglichkeiten im Ausland und bei internationalen Organisationen.
nach obenTeilnahme an einer Studie über bilingualen Unterricht
Im Rahmen der Evaluierung des bilingualen Unterrichts an Berliner Gymnasien wurden im Schuljahr 2001/2002 die sprachlichen Kompetenzen im Englischen von Schülerinnen und Schülern in Deutsch-Englischen Zügen mit Klassen, die Regelunterricht erhielten, verglichen.
Dazu wurde zunächst eine umfassende Fragebogenerhebung in den 10. Klassen von drei Berliner Gymnasien vorgenommen. Es wurden an zwei Erhebungstagen jeweils über zwei Unterrichtsstunden Fragebögen zu den Fähigkeiten im Umgang mit der englischen Sprache erhoben und im Wesentlichen fünf Hauptkomponenten der Sprechfähigkeit getestet: Lese- und Hörverstehen, textsortenbezogenes Schreiben, mündliche Alltagskommunikation, Wortschatz – und Grammatikkenntnisse sowie die so genannte „Allgemeine Sprachfähigkeit“.
Außerdem wurde ein Vergleich der mündlichen Kommunikationsfähigkeit angestellt, bei dem mit Hilfe eines Simulationsspiels die interaktive Gesprächsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler, sowie im Rahmen einer Nacherzählung die zusammenhängend-monologische Rede untersucht wurden. Die Bewertung der Schülerleistungen wurde durch 16 externe Berliner Englischlehrer vorgenommen, die zum Zeitpunkt der Untersuchung nicht wussten, dass die Schülerinnen und Schüler aus bilingualen Klassen bzw. aus Regelklassen kamen.
Die Untersuchungen ergaben, dass Schülerinnen und Schüler aus bilingualen Klassen im Allgemeinen sowohl über bessere Wortschatz- und Grammatikkenntnisse als auch über bessere rezeptive wie produktive Sprachleistungen in der Zielsprache Englisch verfügten als die Schülerinnen und Schüler aus Regelklassen.[1] Auch die Untersuchungen zur mündlichen Kommunikationsfähigkeit belegte deutliche Unterschiede zugunsten der bilingualen Gymnasialschüler(innen) gegen Ende der 10. Klasse. Die bilingualen Klassen erzielten insgesamt höhere Mittelwerte in der Beurteilung durch die externen Bewerter und lagen mit ihrem Leistungsniveau um eine knappe Zensurenstufe höher als die Regelklassen.[2]
Eine anschließende Untersuchung der sachfachbezogenen Kompetenzen zeigten sich geringere Unterschiede zwischen den bilingualen Klassen und den Regelklassen, jedoch auch hier erwiesen sich die bilingualen Schülerinnen und Schüler als leistungsfähiger. Die Befürchtung, dass der bilinguale Unterricht den Schülerleistungen im Sachfach schaden könnte, konnte daher nicht bestätigt werden.
Fußnoten:
[1] W. Zydatiß, Deutsch-Englische Züge an Berliner Gymnasien, Statistische Ergebnisse der Fragebogenerhebung zu den Englischkompetenzen von Regel- und „bilingualen“ Schülerinnen und Schülern, Erster Zwischenbericht: Auswertung des integrierten Leistungs- und Sprachfähigkeitstests im Fach Englisch im Schuljahr 2001/2002, Berlin, 2002, S. 36.
[2] W. Zydatiß, Deutsch-Englische Züge an Berliner Gymnasien, Statistische Ergebnisse der Fragebogenerhebung zu den Englischkompetenzen von Regel- und „bilingualen“ Schülerinnen und Schülern, Zweiter Zwischenbericht: Auswertung eines kommunikativen Tests zur Überprüfung der interaktiven Gesprächsfähigkeit (=spoken interaction) und der zusammenhängend-monologischen Rede (=spoken production) im Englischen, Schuljahr 2001/2002, Berlin, 2003, S. 11f..
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