Warum gerade Russisch?

„In Russland liegen herausragende Berufschancen. Wer schon als junger Mensch das Land, seine Menschen und seine Sprache kennen lernt, kann diese Chancen besser nutzen.“

Dr. Andreas Schockenhoff, MdB,
Koordinator für die deutsch-russische zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit

  • Russisch gehört zur slawischen Sprachengruppe und bildet neben der germanischen (Englisch, Deutsch, …) und romanischen (Französisch, Spanisch, …) Sprachfamilie die größte Sprachengruppe in Europa. Wer aus jeder Sprachfamilie eine Sprache kennt, erschließt sich mit jeder Sprache einen Kulturkreis und hat künftig die besten Voraussetzungen, im modernen Berufsleben zu bestehen.
  • Beziehungen zwischen Russen und Deutschen spielten in der Geschichte beider Staaten stets eine große Rolle. Heute stellt Russland mit seinen Rohstoffreserven eine bedeutende Wirtschaftsmacht dar und ist weiterhin einer der wichtigsten Handelspartner für Deutschland. Ca. 20 Firmen suchen regelmäßig Nachwuchs mit Russischkenntnissen und Russlanderfahrung.
  • Für Berufe mit internationaler Perspektive ist es heute notwendig, Sprachkenntnisse vorzuweisen, mit denen man sich von anderen Mitbewerbern abhebt. Wer Russisch kann, hat somit Trümpfe in der Hand.
  • In keiner anderen europäischen Sprachenfamilie ähneln sich die Sprachen stärker als in der slawischen. Russischkenntnisse sind daher eine hervorragende Basis für das Erlernen weiterer slawischer Sprachen, wie Polnisch, Tschechisch oder Ukrainisch.

Russisch am Herder-Gymnasium                 

Am Herder-Gymnasium hat Russisch seit seinem Bestehen, d.h. seit 35 Jahren, Tradition. Die Sprache wird z.Z. von 9 Lehrkräften, darunter auch Muttersprachlern, unterrichtet. Die verwendeten Lehrmaterialien sind kommunikativ und motivierend. Der Schwerpunkt liegt, wie in den anderen modernen Fremdsprachen auch, auf der Schulung von Kompetenzen.

Einen wesentlichen Bestandteil bildet am Herder-Gymnasium die Pflege der russisch-deutschen Begegnungen. Partnerschaften bestehen zwischen den Schulen Nr. 1271 und Nr. 1944 in Moskau sowie dem Sacha-Gymnasium in Jakutien.

Im Rahmen der Städtepartnerschaft Moskau-Berlin nehmen Schüler jedes Jahr an dem internationalen Begegnungscamp „Sommerschule Moskau“ teil, im Herbst am bilateralen „Forschercamp Meteum“ in Berlin, bei dem zukunftsweisende Umwelttechnologien im Vordergrund stehen.

Neben diesen Projekten haben die Schüler auch die Möglichkeit, an Projekten, die über den Deutsch-Russischen-Jugendaustausch angeboten werden, teilzunehmen (dt.-russ. Jugendparlament, Workcamps, diverse projektorientierte Begegnungen).

Neu im Schuljahr 2010/11 ist das Projekt eines trinationalen Austausches Berlin-Paris-St.-Petersburg zum Thema „Armut und Großstadt“ in Kooperation mit dem Ludwig-Wolker-Haus.

Individueller Schüleraustausch ist mit den Partnerschulen in Moskau möglich und wird ab diesem Schuljahr auch mit Sankt-Petersburg angebahnt.

Tradition sind inzwischen am Herder-Gymnasium auch die jedes Jahr im November stattfindenden Zertifikatsprüfungen, bei denen die Schüler die Möglichkeit haben, sich ihre Russischkenntnisse außerschulisch von Prüfern der Lomonossow-Universität Moskau bestätigen zu lassen. Die Sprachzertifikate Russisch sind international anerkannte Sprachdiplome. Das Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium ist Standortschule für das Austragen dieser Prüfungen in Berlin. Unsere Schüler erzielen seit Jahren bei diesen Prüfungen herausragende Ergebnisse. Die Zertifikatsprüfungen sind bei den Schülern inzwischen sehr nachgefragt. Gazprom-Germania fördert dankenswerterweise die Prüfungen als Sponsor.

Auch bei Russisch-Olympiaden und dem Bundeswettbewerb Fremdsprachen zählen Herder-Schüler häufig zu den Preisträgern.

Ferner wirken Herder-Schüler als Autoren der Zeitschrift „Po svetu“ und der Website „kulturportal.de“ mit.

An Tagen der Offenen Tür berichten ehemalige Herder-Schüler gern über ihren nachschulischen Lebensweg und die Chancen, die ihnen das Beherrschen der russischen Sprache eröffnet hat.

Hier einige weitere Impressionen von unseren „Russischaktivitäten“:

Russisch-Zertifikatsprüfungen an unserer Schule

Liebe Schülerinnen und Schüler,

wie Ihr wisst, findet an unserer Schule jedes Jahr eine Zertifikatsprüfung der russischen Sprache in verschiedenen Niveaustufen statt. Bei dieser Prüfung handelt es sich um ein international anerkanntes Sprachdiplom.

Um Euch einen Eindruck zu verschaffen, wollen wir Euch von unseren Erfahrungen berichten. Da die Zertifikatsprüfung unsere erste Prüfung war, nahmen wir diese sehr ernst und standen somit unter großem Druck. Jetzt wissen wir, dass die Prüfung nicht nur eine Herausforderung bezüglich des Wissens und eine zusätzliche Auszeichnung ist, sondern auch eine nützliche Übung mit Prüfungsdruck umzugehen, unter dem wir sowohl bei dem Mittleren Schulabschluss als auch bei dem Abitur stehen werden. Doch die Aufregung ist überflüssig, da alle Prüfer nett und verständnisvoll sind.

Insgesamt gibt es 4 Stufen:

  • die Elementarstufe (Niveau A1/A2; empfohlen nach 2 bis 3 Lernjahren)
  • die Basisstufe (nach 3 bis 4 Jahren empfohlen)
  • die Zertifikatsstufe 1 (Niveau B2; für Grundkursschüler empfohlen)
  • die Zertifikatsstufe 2 (Niveau C1; für Schüler der Leistungskurse)

Wir können euch von den Niveaustufen Basisstufe und Zertifikatsstufe 1 erzählen, weil wir diese absolviert haben.

Die Basisstufe ist die zweite Stufe und da wir zu dieser Zeit die neunte Klasse besuchten und seit 5 Jahren Russisch lernten, hat uns diese Stufe nicht überfordert. Jedoch empfehlen wir Nichtmuttersprachlern mit der ersten Stufe, der Elementarstufe, anzufangen.
Bei den Höraufgaben wurde sehr langsam gesprochen und der Text wurde oft wiederholt, sodass es uns keine Probleme bereitete.

Doch in diesem Bereich liegt auch der große Unterschied zur nächsten Stufe, der Zertifikatsstufe 1. Alle Bereiche dieser Stufe empfanden wir als schwieriger und anspruchsvoller, besonders die Höraufgaben.

Wenn ihr die Möglichkeit bekommt, an der Zertifikatsprüfung teilzunehmen, solltet ihr diese nutzen, da die Veranstaltung nur für eine begrenzte Teilnehmeranzahl gesponsert wird.
Es ist egal, für welche Niveaustufe ihr euch entscheidet, das Zertifikat kann euch nicht schaden, im Gegenteil, in der Zukunft werdet ihr stolz sein, auf eine zusätzliche Qualifikation zurückgreifen zu können.

Angelique Kampe, Karina Rymar