CertiLingua Exzellenzlabel

Im Schuljahr 2013/14 wurden 15 Schülerinnen und Schüler unseres Gymnasiums mit dem CertiLingua-Exzellenzlabel ausgezeichnet, was einem prozentualen Anteil von 31,25% entspricht. Wir freuen uns mit den Absolventinnen und Absolventen über die von ihnen erbrachten hervorragenden Leistungen.

Das CertiLingua Exzellenzlabel ist ein Qualitätsnachweis, der ergänzend zum Abschlusszeugnis der Allgemeinen Hochschulreife verliehen wird.

Mit dem Zeugnis werden Schülerinnen und Schüler für ihre mehrsprachigen, europäischen und internationalen Kompetenzen ausgezeichnet.

Im Einzelnen müssen folgende Vergabekriterien erfüllt sein:

Ziel des seit 2009 eingeführten Zertifikats ist das Heranführen der Schüler an sprachliche und kulturelle Vielfalt, die Vorbereitung auf die im Rahmen der Globalisierung notwendige interkulturelle Handlungsfähigkeit und Mobilität. Das CertiLingua-Label soll den Absolventen vor allem den Zugang zu international orientierten Studiengängen erleichtern und berufliche Perspektiven im europäischen und internationalen Kontext ermöglichen.

Viele Institutionen, Universitäten, Verlage und Unternehmen unterstützen inzwischen CertiLingua als Förderer.

Das Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium gehört zu den 6 Schulen in Berlin, die autorisiert sind, dieses Zeugnis zu vergeben und wirkt seit 2010 im Netzwerk der CertiLingua-Schulen mit.

Seit seiner Einführung im Schuljahr 2009/10 hat sich CertiLingua an der Schule gut etabliert und wird von den Schülern verstärkt zur Kenntnis genommen und nachgefragt. Angebotene Begegnungsprojekte werden von den Schülern frühzeitig ausgewählt, weitere Projekte individuell recherchiert.

Der prozentuale Anteil der CertiLingua-Absolventen an der Gesamtzahl der Schüler ist seit der ersten Vergabe im Schuljahr 2009/10 kontinuierlich gestiegen und liegt z.Z. bei ca. 30%.

Die folgenden Auszüge aus Motivationsschreiben der Absolventen verdeutlichen die Beweggründe der Schüler für den Erwerb des Exzellenzlabels.

Mit dem CertiLingua-Zertifikat kann ich nicht nur meine Sprachkompetenzen und mein Inte-resse an anderen Kulturen, sondern auch mein soziales Engagement unter Beweis stellen.

Natürlich hoffe ich durch den Erwerb des Zertifikats auch meine Berufschancen zu erhöhen und erwäge sogar, vielleicht später auch im Ausland in irgendeiner Form tätig zu werden. Denn nicht zuletzt sind Sprachen Brücken und deshalb nicht genug zu wertschätzen in einer globalen, wettbewerbsorientierten Welt wie der heutigen, welche nämlich zunehmend auf Verständigung und Kooperation angewiesen ist.

Julia

Der Erwerb des CertiLingua-Zertifikats ist für mich von besonderer Bedeutung, da es mir nicht nur Sprachkenntnisse für die zwei in Europa sehr häufig gesprochenen Sprachen Eng-lisch und Französisch auf einem international anerkannten Niveau zertifiziert, sondern gleich-zeitig meine Fähigkeit zur Kooperation mit Bürgern anderer Nationen anerkennt. Beides wird sicher eine wichtige Rolle im späteren Arbeitsleben spielen und in ganz besonderem Maße bei der Bewerbung in Firmen, denn nicht nur sprachliche Fertigkeiten, sondern auch die Kompe-tenz mit Menschen anderer Kulturen umgehen zu können sind dort von Bedeutung. Somit habe ich schon vor dem Eintritt in die Berufswelt erste wertvolle Erfahrungen mit europäi-schen Mitbürgern gesammelt und habe eine Vorstellung davon, was mich später erwartet.

Annelie

Ich unterziehe mich dieser speziellen Prüfung, weil ich die einmalige Chance  nutzen möchte, die mir meine Schule mit dem Label bietet. CertiLingua ermöglicht es mir,  meine mehrspra-chigen Fähigkeiten und interkulturellen Kompetenzen auf eine verständliche, unkomplizierte Art nachzuweisen. Somit kann ich meinem zukünftigen Arbeitgeber zeigen, dass ich umfas-sende Sprachkenntnisse besitze und interkulturell lernfähig bin. Mit dem Erwerb des Certi-Lingua Labels erhoffe ich mir bessere berufliche Perspektiven in meinem späteren Werdegang.

Diana

Weitere Informationen zum CertiLingua Exzellenlabel sind auf www.certilingua.net zu finden.

Auf dieser Website kann unter „Best Practice“ auch ein Projektbericht eines unserer Schüler gelesen werden: http://www.certilingua.net/wp-content/uploads/kriegsgraberfursorge.pdf

CertiLingua: Mögliche interkulturelle Fragestellungen

Hinweis

Die CertiLingua-Berichte müssen folgende Kriterien erfüllen:

  • Der interkulturelle Fokus des Projekts wird erläutert und vor Projektbeginn entwickelt.
  • Der Begegnungscharakter des Projekts wird erläutert.
  • Es wird erkennbar, welcher Erfahrungsgewinn mit dem Projekt angestrebt wird.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist es unerlässlich, dass vor Beginn des Projektes eine interkulturelle Fragestellung entwickelt wird, auf die dann der gesamte Bericht fokussiert. In der Vorbereitung sollten schon Checklisten, Umfragen u. Ä. erstellt werden. Im Projektbericht muss deutlich werden, dass eine tiefgründige Reflexion zu einem ausgewählten interkulturellen Aspekt, der in der persönlichen Begegnung bedeutend war, stattgefunden hat. Berichte mit rein deskriptivem Charakter werden nicht akzeptiert. Für die Ergebnisdarlegung können auch grafische Darstellungsformen genutzt werden.

Projektübergreifende Fragestellungen

  • Wie gelingt uns die länderübergreifende Teambildung und Kooperation?
  • Wie können wir sprachliche/interkulturelle Verständnisprobleme überbrücken? (Welche Sprachen verwenden wir wann? Greifen wir auch auf nonverbale Mittel zurück? Gibt es dabei Unterschiede zwischen den Teilnehmern der einzelnen Länder?)
  • Wie gelingt uns die tiefgründige Auseinandersetzung mit der gemeinsamen Aufgabe? Wie können wir dabei von dem, was die Vertreter der unterschiedlichen Länder mitbringen, profitieren?
  • Welche Kommunikations- und Arbeitsstile der Vertreter unterschiedlicher Kulturen konnte ich im Rahmen des Projekts beobachten und wie konnten diese für das gemeinsame Projekt verwertet werden? (Waren sie eher hinderlich, nützlich? Wie wurden sie diskutiert?)
  • Welche unterschiedlichen Arbeitsweisen lassen sich bei den Teilnehmern der beteiligten Länder beobachten? (Lassen sich diese durch Unterschiede, z.B. durch das Bildungssystem erklären?)
  • Was bewirkt das gemeinsame Miteinander von Vertretern unterschiedlicher Kulturen?
  • Wie gelingt es mir während der Begegnung mit meinen Vorurteilen umzugehen?
  • Inwiefern ist mein Verhalten/das Verhalten der anderen Teilnehmer während der Begegnung durch Vorurteile gegenüber den Teilnehmern der anderen Länder geprägt?
  • Inwiefern ändert sich mein Blick auf das andere Land und seine Bewohner? (Was waren meine Erwartungen vor der Begegnung und wie waren meine Erfahrungen? Wie kann ich mögliche Unterschiede erklären?)
  • Inwiefern unterscheiden sich meine kulturspezifischen Vorlieben/Werte von denen anderer Ländervertreter? Worin liegen Gemeinsamkeiten? Wie gehen wir in der Begegnungssituation mir Differenzen um?
  • Was sind unterschiedliche kulturspezifische Sichtweisen (Normen und Werte im Alltagsleben bzw. im Arbeitsalltag)? Worin zeigen sich diese während unserer Begegnung? Wie gehe ich mit diesen Differenzen um?
  • Worin liegt mein eigener Erkenntnisgewinn durch das gemeinsame Sprachhandeln mit den Jugendlichen der anderen Kultur?
  • Typisch deutsch – typisch XY. Überwiegen die Unterschiede oder die Gemeinsamkeiten?
  • Was sind bestimmte kulturspezifische Gewohnheiten, z. B. der Esskultur? Wie wirken diese auf mich? Wie kann ich mich anpassen oder damit umgehen, dass mir bestimmte Aspekte sehr fremd sind?
  • Wie schätze ich meinen persönlichen Kompetenzzuwachs im Rahmen der bi- bzw. trinationalen Jugendbegegnung ein?
  • Wie haben die neuen Erfahrungen meine eigene kulturelle Prägung erweitert?
  • Welche Elemente von Jugendsprache zeigen sich im Sprachgebrauch der Teilnehmer aus Texas/Frankreich/Russland/…? Was ist uns davon neu? Was übernehmen wir voneinander?

German-American Partnership Program (GAPP)

  • Wo liegen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Vergleich der beiden multikulturell geprägten Städte Berlin und Austin?
  • Wird kulturelle Vielfalt im eigenen Land von den texanischen Jugendlichen anders eingeschätzt als von den Berliner Teilnehmern?
  • Gibt es Unterschiede bei der Nutzung sozialer Medien während der Begegnung zwischen den Teilnehmern aus Berlin und Texas?

Model United Nations (MUN)

  • Ist es in den Debatten wirklich grundsätzlich leichter, wenn man eine Position vertreten kann, die der des eigenen Landes sehr nahe ist?
  • Wie ist das Verhältnis zwischen den Teilnehmern, die gegensätzliche Positionen vertreten müssen?
  • Welche länderspezifischen Themen und Positionen werden am Rande der offiziellen Gespräche diskutiert?
  • Wie gelingt es den Teilnehmern mit verschiedenem kulturellem Hintergrund zur Findung gemeinsamer Positionen zusammenzuarbeiten?

Kriegsgräberpflege

  • Wie empfinde ich als Deutsche/r die gemeinsame Auseinandersetzung mit der Vergangenheit?
  • Wie werde ich bei der gemeinsamen Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit als Deutsche/r von den Teilnehmern anderer Länder wahrgenommen?
  • Wie wird das Motto des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge „Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden“ im Rahmen der Jugendbegegnung/des Workcamps umgesetzt?
  • Welche Beobachtungen zur europäischen Integration im Rahmen der Jugendbegegnung/des Workcamps konnte ich machen? Welche Perspektiven ergeben sich dafür für mich persönlich?

PROJEKTANGEBOTE 2015 für Schülerinnen und Schüler, die am Erwerb des CertiLingua-Exzellenzlabels 2016 und 2017 interessiert sind sowie alle anderen Schülerinnen und Schüler ab 15, die ihren Horizont erweitern und ihre Sprachkenntnisse verbessern möchten.

Näheres im: Booklet Jugendbegegnungen 2015.

Sommeruniversität Letni: Programm und Anmeldung

Eurocamp – Internationale Jugendbegegnungen

Interkulturelles Netzwerk e.V. – „Last Minute“

Deutsch-Israelischer Jugendaustausch

Deutsch-Französischer Jugendaustausch