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Erfahrungsbericht zur Projektwoche des LK Englisch

Geschrieben am 14. September 2020 (letzte Änderung: 7. Januar 2021)

Blutige Wegwerfkleidung – Wenn Kinder für uns schuften

Wir leben auf der Erde und haben keinen Planet B, deshalb müssen wir unseren Lebensraum schützen. Heutzutage rücken die Konsequenzen unseres unbedachten Lebensstils näher, wir provozieren die Zerstörung unseres Planeten. Immer neue Trends, die von Prominenten gelobt oder durch geschicktes Marketing angepriesen werden, verleiten uns dazu, mehr zu konsumieren. Firmen produzieren so viel wie noch nie zuvor und letztendlich landet der Müll im Meer. Die Modeindustrie ist für den Großteil dieses Mülls verantwortlich, aber es kommt noch schlimmer – 40 Millionen Fabrikarbeiter, darunter viele Kinder, genießen keinerlei Rechte und sind nur unzureichend geschützt, wenn überhaupt. Die Arbeitsbedingungen sind erschreckend. Wir sprechen hier von „fast fashion“: Das ist preiswerte Kleidung, die vom Massenmarkt als Reaktion auf die neuesten Trends hergestellt wird.

Wir, Schülerinnen und Schüler des Englisch Leistungskurses von Herrn Sriramalu, haben uns gefragt, wie wir einen Beitrag zur Rettung unseres Planeten leisten können. Deshalb haben wir uns in der Woche vom 31. August bis zum 4. September 2020 auf Spurensuche in und um Berlin begeben. Es fanden fünf Exkursionen zum Thema „Saving the planet“ (Schwerpunktthema des Englischabiturs in 2021) statt, welche alle einen starken Eindruck bei uns hinterließen. In diesem Artikel berichten wir von der ersten Exkursion dieser Projektwoche und erklären, wieso diese so besonders für uns war.

TRANSPARENZ                                       

Am 31.August besuchten wir den Laden „Supermarché“, der ökofaire Mode anbietet. Der Laden hat  eine Näherei in Indien aufgebaut, wo die Arbeiter nicht ausgebeutet und misshandelt werden. Dadurch und durch viele weitere persönliche Kontakte zu Kleinunternehmern, die faire Mode produzieren, wird uns als Kunden Transparenz ermöglicht – wir wissen also, woher die Kleidung kommt. Auf dem Etikett steht beispielsweise, wer die Kleidung genäht hat. Außerdem trägt die Kleidung bei „Supermarché“ stets ein Öko-Label. Dies ist eine Kennzeichnung dafür, dass deren Produkte bestimmte Kriterien des Umweltmanagements erfüllen, beispielsweise umweltfreundliche Produktion und Recyclingfähigkeit. Daran kann man sich beim Einkauf orientieren.

2 IN 1: MODE UND POLITIK      

Den Mitarbeitern des Geschäfts ist es zudem wichtig, sich politisch zu engagieren. Durch Spenden werden politische Projekte unterstützt. Auch Kunden werden aufmerksam gemacht, denn wir dürfen nicht wegschauen. Wenn man vor dem Geschäft steht, sieht man T-Shirts mit Aufdrucken wie „fuck racism“ oder von politischen Projekten, die durch „Supermarché“ unterstützt werden. Wenn man dann den Laden betritt, wird man als Kunde durch verschiedene Flyer und Broschüren auf politische Demonstrationen und Events sowie Spendenaktionen hingewiesen, an denen man teilnehmen kann. Das politische Bewusstsein wird also geschult.

EINKAUFEN OHNE VERPACKUNGSMÜLL – DAS GEHT?

Nachdem wir uns den Laden „Supermarché“ angeschaut hatten, gingen wir im Anschluss noch in den „Original Unverpackt“ Laden. Dort kann man Lebensmittel für den alltäglichen Bedarf kaufen, ohne, dass Verpackungsmüll entsteht. Alle dort erhältlichen Lebensmittel befinden sich in befüllbaren Behältnissen und daher werden wir als Konsumenten dazu veranlasst, die Ware in unsere eigenen Dosen zu füllen. Wenn man sich mit der Verschmutzung der Meere auseinandersetzt, stellt man schnell fest, dass 80 Prozent der Gewässer von Plastikmüll betroffen sind. Dieser Müll kommt zum Großteil durch überflüssige Verpackungen zustande. Schuld daran sind wir. Durch unseren hohen Konsum an Produkten, entsteht der besagte Verpackungsmüll. Schon alleine, wenn man beim „Original Unverpackt“ Laden einkauft, tut man unserem Planeten etwas Gutes. Wir haben die Möglichkeit dazu, also warum sollten wir diese nicht nutzen?

SPURENSUCHE IN BERLIN – EIN VOLLER ERFOLG?

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Exkursion ein voller Erfolg war, denn zum einen wurden wir zum Denken angeregt. Zwar ist das Thema Klimawandel uns allen schon länger geläufig, doch man tendiert dazu, seine Augen vor Problemen zu verschließen. Durch die Exkursion konnten wir einen Einblick in die „fast fashion“ Industrie bekommen und uns selbst ein Bild davon machen. In Zukunft wird jeder selbst entscheiden, welchen Weg er einschlägt. Zum anderen wurden uns Möglichkeiten aufgezeigt, wie wir als Jugendliche zur Rettung des Planeten beitragen können. Wir haben unsere Stadt besser kennengelernt und nun passende Anlaufstellen gefunden. Außerdem sind uns die Preisunterschiede aufgefallen. Wenn man faire Mode kauft, ist die Ware natürlich deutlich teurer als bei herkömmlichen Geschäften. Gerade wir als Jugendliche wissen, wie es ist mit wenig Geld auszukommen und deshalb überlegen wir uns zweimal, ob wir zuschlagen. Beim umweltbewussten Einkauf überdenken wir also unser Konsumverhalten, was der Erde letztendlich zu Gute kommt. Wir würden jedem empfehlen, sich in Berlin umzuschauen und seinen Lebensstil zu überdenken. Lasst uns gerne wissen, auf was ihr verzichten könntet und denkt daran, dass auch ihr als einzelne Person einen Einfluss habt. Es liegt an euch!

(NM & PS, LK Englisch 12)

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