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Texas-Austausch mit der Kealing Middle School in Austin, Texas, im Februar

Geschrieben am 13. Mai 2020

Don‘t mess with Texas

Am 02.02.2020 ging es für einige Schüler und Schülerinnen der 7. und 8. Klassen nach Austin, Texas. In Austin leben 947.900 (2016) Menschen. Durch die Hauptstadt Texas fließt ein Fluss mit dem Namen Lady Bird Lake. Es gibt einen Zeitunterschied von sieben Stunden zu Deutschland.

Ankunft und der normale Alltag

Unsere Ankunft erfolgte später als gedacht, da unser Flugzeug in London durch eine verklemmte Tür erst nicht starten konnte. Dadurch gab es kein BBQ mehr, sondern ein Abendbrot in den Familien, weil wir erst ca. 23 Uhr ankamen.

Die Schule begann um 7:30 Uhr. Das hieß für mich und meine Mitbewohner um 5:50 Uhr aufstehen. Wenn man Glück hatte, wurde man von seiner Gastfamilie mit dem Auto zur Schule gefahren, ansonsten hieß es noch früher aufstehen, um den Schulbus zu bekommen. Bevor man in den Unterricht gegangen ist, traf man sich in der Turnhalle, die Kealing Middle School hat übrigens zwei Sporthallen, eine große und eine kleine. In der Schule hat jeder Lehrer seinen festen Raum, den er selbst eingerichtet hat und nur die Schüler laufen zu den einzelnen Stunden.

Richtige Pausen gab es nicht. Es gab nur eine Mittagspause, die für jeden unterschiedlich war, um den Ansturm in der Mensa zu verhindern. Die zweite Stunde war 25 Minuten lang und wurde Advisory genannt. Mir wurde erklärt, dass diese Stunde eine Art Hausaufgabenmachzeit war. Auch, wenn mir bis heute schleierhaft ist, wer da überhaupt Hausaufgaben gemacht hat. In dieser Stunde wurde The Pledge of Allegiance über einen Lautsprecher einmal auf Amerika und einmal auf Texas gesagt. The Pledge of Allegiance ist eine Art Schwur auf das Land. Die Schule endete um 14:47.

An manchen Tagen haben wir den ganzen Tag in der Schule verbracht, oft haben wir aber Ausflüge gemacht. Das bedeutete viel Laufen, da wir von der Schule zu Fuß zu den Museen unterwegs waren. Ich hatte das Gefühl, dass die meisten Amerikaner, denen wir erzählt haben, dass wir den Weg gelaufen sind, es einfach nicht glauben konnten, da dort viele Autos fahren (einerseits verständlich, weil Amerika ein so großes Land ist und man ohne Auto aufgeschmissen ist, weil es so gut wie keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt, andererseits wurden auch Strecken mit dem Auto gefahren, wo ich mich gefragt habe, warum wir das jetzt nicht einfach gelaufen sind).

 

Texas State Capitol

Ein paar Beispiele für die Sehenswürdigkeiten, die wir besucht haben: Das Texas State Capitol, welches das Parlamentsgebäude von Texas ist, das Blanton Museum Of Art, ein Kunstmuseum, die Radiostation KUTX 98.9, der Universität von Texas in Austin, das Bullock Museum, ein Museum über die Geschichte von Texas und Austin, dort stand auch die Originalstatue, deren Kopie auf der Kuppel des Capitol steht und vieles mehr.

Am Nachmittag haben wir etwas mit unseren Gastfamilien gemacht. Oft auch mit anderen Austauschschülern. Unserer Gasteltern waren wirklich sehr engagiert. Ihre gute Vernetzung führte dazu, dass man seiner Gastfamilie sagen konnte, dass man sein Toast lieber getoastet hätte und am nächsten Tag hatte jeder getoastetes Toast. Zusätzlich konnten sie an einem regnerischen Tag sofort einspringen und uns mit dem Auto abholen.

Am Wochenende hat eine größere Gruppe einen Ausflug nach San Antonio, die nächst größere Stadt ca. eine Stunde zwanzig von Austin entfernt, gemacht. San Antonio liegt näher an der Grenze zu Mexiko und hat so mehr mexikanische Elemente in der Stadt, z.B.: einen Markt.

Keep Austin weird

Dieser Spruch passt sehr gut zu Austin. Es fängt schon in der Schule an, wo es Unterricht wie z.B. Harry Potter, Zombieapokalypse Überlebenstraining, What’s so funny, eigentlich ein Improvisationstheater mit Scherzen, Star Wars und lass uns sagen Fluglehre gab. In einem Unterricht war sogar der Hund der Lehrerin mit im Raum.

Weiter geht es bei den Gastfamilien. Einer der Gastväter war vierfacher Weltmeister im Flipper, ein Casinospiel. Außerdem gab es eine Valentinsparty in der Schule, auch wenn das eher ein zusammen stehen und nur zu Liedern mit Vorgaben tanzen war. Dann gab es noch am eigentlichen Valentinstag, da dort die Schule geschlossen hatte, nochmal eine Party von den Gastfamilien organisiert. Für uns Deutsche ziemlich weird.

 

Corona vermasselt

Leider sehen die Umstände in Austin nicht anders aus, als hier. Schulen und Restaurants sind ebenfalls geschlossen und nicht viele Menschen sind auf den Straßen unterwegs. Aus diesem Grund kommen unsere Texis leider erst im nächsten Jahr, aber wir freuen uns schon darauf, ihnen Berlin zu zeigen.

 

(Der Text erschien zuerst in der Herderzeitung und dem Blog der Herderzeitung und wurde verfasst von Inken Hübner)

Die Schüleraustauschbegegnung wurde aus Mitteln des German American Partnership Program – GAPP des Auswärtigen Amts und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin gefördert und durch den Pädagogischen Austauschdienst (PAD) des Sekretariats der Kultusministerkonferenz unterstützt.

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