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Russland und der Westen heute

Geschrieben am 8. September 2018 (letzte Änderung: 8. September 2018)

Russland und der Westen heute – Eine Podiumsdiskussion der 10. Klassen mit ehemaligen Generälen der Westgruppe der Russischen Streitkräfte in Deutschland

Mit der Begegnung am 8. Mai 2018 wurde ein besonderes Datum deutsch-russischer Geschichte gewählt. Die 120 Schülerinnen und Schüler, alle aus der Jahrgangsstufe 10, waren in gespannter Aufmerksamkeit und begrüßten die Delegation unter der Leitung des Präsidenten Generaloberst a. D. A.W. Terentjew mit freundlichem Beifall. Im Podium nahmen die Gäste Russlands und der Moderator, der Fachbereichsleiter der Schule für Politische Wissenschaften, Herr Wappke Platz. Er informierte über die Schwerpunkte der Gesprächsrunde und hatte zuvor gemeinsam mit seinen Kollegen die in der Vorbereitung auf diesen Tag entstandenen Fragen der SchülerInnen in zwei Gesprächskreise gebündelt:
1. Der 8.Mai 1945 – die Sowjetunion und Nazi-Deutschland
2. Russland und der Westen/Deutschland heute – von Partnern zu Gegnern?

Während die Gäste und die Teilnehmer sich recht schnell über die in der Sowjetunion verübten Verbrechen und dem unter unermesslichen Opfern erkämpften Sieg der Sowjetunion und ihrer Armee einig waren, gab es bei der Wahrnehmung der Politik der Sowjetunion in der sowjetischen Besatzungszone durchaus unterschiedliche Betrachtungen. Generaloberst a. D. A.W. Terentjew räumte Verständnis dafür ein, dass die Zeit der Besatzung nicht einfach gewesen sei, betonte aber zugleich, dass die Rote Armee nicht die Absicht hatte, je nach Deutschland zu kommen.

Die Diskussion von Fragen des gegenwärtig schwierigen Verhältnisses Russlands zum Westen und – ganz konkret zu Deutschland – ließ die unterschiedlichen Wahrnehmungen und Deutungen der Ereignisse der letzten Jahre (NATO-Osterweiterung, Besetzung der Krim und der Ostukraine, Rolle Russlands im Syrienkonflikt) sehr deutlich werden.

Leider konnten weitere Fragen, die gegenwärtigen Probleme betreffend, vom Leben des Soldaten in der Russischen Armee bis zu den Voraussetzungen für eine erneute Annäherung zwischen Deutschland und Russland aus Zeitgründen keine Beachtung finden.
Zum Abschluss der Veranstaltung überreichten die Schülerinnen Tam, Karina und Suli Blumensträuße und Tassen mit dem Logo des Gymnasiums und ließen sich anschließend mit den Gästen fotografieren. Der Verein „Berliner Freunde der Völker Russlands e. V“ und die Stiftung West-Östliche Begegnungen bedankten sich bei den Schülern und Schülerinnen, dem Schulleiter und den Kollegen des Herder Gymnasiums für die offenen Sichtweisen auf die gemeinsame Geschichte, und für die herzliche, aufmerksame Atmosphäre dieser Begegnung. Es gäbe noch viel zu tun, konstatierte der Moderator des Nachmittages, um über die unterschiedlichen Blickwinkel weiter nachzudenken. Nur im gemeinsamen Dialog könnten Brücken der Verständigung zwischen Deutschen und Russen begangen werden.

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