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Townhall-Meeting mit US-Botschafter J.B. Emerson

Geschrieben am 12. April 2015

Am Dienstag, den 10. März 2015, bekamen wir wieder einmal hohen Besuch an unserer Schule: Der Bundestagsabgeordnete der CDU Dr. Martin Pätzold hatte organisiert, dass der US-Botschafter John B. Emerson zu einem sogenannten „Townhall Meeting“, einer Art offenen Fragerunde, an unsere Schule kam. Emerson hatte das Amt des US Botschafters 2013 auf dem Höhepunkt des NSA-Skandals übernommen, so dass sich Fragen und Positionen über die deutsch-amerikanischen Beziehungen im Besonderen und die weltpolitische Lage im Allgemeinen wie von selbst ergaben.


Bei seiner Ankunft wurde der Botschafter von unserer Trommelgruppe „Bateria Brincadeira“ unter Leitung von Paul Galonska sowie von Herrn Wappke und seinen „GAPPIES“, den Teilnehmern des Texas-Austauschs, vor der Turnhalle herzlich in Empfang genommen. Außerdem wurde er natürlich auch noch offiziell durch Herrn Wagner, unseren Schulleiter, Herrn Schmidt, unseren Schulrat, und Antonia Wiescholleck, unsere Schülersprecherin, begrüßt.

In der Halle traf der Botschafter dann auch auf die anderen Schülerinnen und Schüler der Klassen zehn bis zwölf und grüßte sie mit einem fröhlichen Winken und einem ausgelassenen Tänzchen zu den Rhythmen der Bateria. Zunächst einmal wurde ihm aber unsere Schule vorgestellt: Julia (12) und Alina (11) erklärten den Gästen die Besonderheiten unseres Sprachprofils, dessen Erfolge im nachfolgenden Gespräch sichtbar wurden, denn es fand fast ausschließlich in englischer Sprache statt. Nachdem Herr Dr. Pätzold seinerseits den Gast begrüßt hatte, stellte sich der Botschafter kurz selbst vor. Um gleich einen Draht zu uns zu bekommen, erzählte er uns aus seinem Privatleben und viel von seinen Kindern. Nicht ohne Stolz erzählte er, dass seine älteste Tochter in dem Film „Die Tribute von Panem“ mitgespielt hat, was durchaus Eindruck machte.

Im Anschluss konnte die offene Fragerunde dann auch beginnen. Sie wurde von Janina (12) und Christopher (12) redegewandt moderiert und wer denkt, dass es eintönig werden würde, hatte sich getäuscht. Neben den zu erwartenden Streitthemen wie dem Freihandelsabkommen TTIP und dem immer noch brisanten Thema  „NSA- Affäre“, wurden auch Themen wie Waffenexporte, der Umgang mit dem hoch ansteckenden Ebola-Virus und die Rolle der USA in Afghanistan behandelt. Bezüglich Afghanistans wurde der Wunsch nach mehr Zurückhaltung der USA geäußert, bezüglich Ebola war der Botschafter mit der Forderung nach mehr Engagement der USA konfrontiert und in diesem Spannungsfeld sah der Botschafter auch die Rolle der USA als Supermacht.

Insgesamt kann man sagen, dass wir Schüler auf unsere kritischen Fragen und Stellungnahmen nicht nur ausweichende, diplomatische Antworten, sondern durchaus auch klare Positionen vermittelt bekamen. Mit seinen rhetorischen Fähigkeiten schaffte Emerson es immer wieder uns Schüler in seinen Bann zu ziehen, auch wenn wir dann immer noch nicht unbedingt seine Meinung teilten.

Die Hülle und Fülle der neu gewonnen Informationen mussten wir erst einmal verdauen, bevor wir im Unterricht noch einmal einige Themen vertieften und einige seiner Argumentationslinien analysieren konnten. Insgesamt war das ein sehr informativer Vormittag.



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