Blog

Zu Besuch bei Freunden – Moskaufahrt 2011

Geschrieben am 21. September 2011

Auszüge aus dem Schülertagebuch

11.09.2011

Voller Spannung habe ich auf diesen Tag gewartet, an dem unsere Reise nach Moskau beginnen sollte. Endlich würde ich all die Sehenswürdigkeiten sehen, die ich bisher nur von Bildern kannte. Ich habe mich oft vorher gefragt, ob ich wohl in meiner Gastfamilie klar kommen werde.

Zum Glück wusste ich schon, dass mein Partner recht gut Deutsch sprechen kann.

Der Koffer wurde gepackt und mehrmals gewogen und wieder umgepackt, bis unsere Waage zu Hause endlich die zulässigen 20 Kilo anzeigte. Dennoch war ich mir nicht sicher, ob der Koffer nicht doch schwerer ist.

Am Flughafen traf ich alle meine mitreisenden Schulkameraden mit ihren Eltern. Alle schienen etwas aufgeregt zu sein vor ihrem (bei den meisten) ersten Flug allein ohne Eltern ins Ausland.

Wir gaben unsere Koffer ab, alles war OK, verabschiedeten uns von den Eltern und nach der Sicherheitskontrolle warteten wir am Gate auf unsere Boarding Time. Mit etwas Verspätung saßen wir dann endlich im Flugzeug.

In Berlin war das Wetter sehr schön und wir hatten gute Sicht auf die Stadt. In Moskau war das Wetter auch schön, aber nur über den Wolken.

Angekommen auf dem Flughafen Domodedowo, wurden wir von unseren Partnerlehrerinnen Frau Ovchinnikova und Frau Jerschenko empfangen, die uns mit dem Flughafenexpress zum Pawelezkij Bahnhof brachten. Dieser Bahnhof ist nicht weit von der Schule entfernt und alle Gasteltern kamen dorthin, um uns abzuholen. Der kurze Weg vom Zug zum Treffpunkt mit den Eltern hat aber schon gereicht, dass wir ziemlich nass wurden von dem starken Regen.

Zu Hause bei der Gastfamilie wurde ich mit einem tollen Abendesssen empfangen. Wir redeten noch den ganzen Abend. Es war ziemlich spät geworden. Morgen muss ich früh raus. Ich bin gespannt auf die nächsten Tage!

Carlo

12.09.2011


Heute war nun also unser erster richtiger Tag in Moskau.

Wir trafen uns um 8:15 Uhr im Foyer der Schule. Wir sahen, wie die russischen Schüler alle so nach und nach in der Schule eintrafen. Der Unterricht beginnt nach einer kurzen Morgengymnastik um 8:30 Uhr.

Unsere Gruppe wurde ins Lehrerzimmer geführt, wo uns Anna Walerijewna, die stellvertretende Schulleiterin für den Bereich Fremdsprachen, sehr nett begrüßte. Uns wurde das Programm für die Tage unseres Aufenthaltes in Moskau vorgestellt.

Dann kam Andrej zu uns, ein Schüler der 10. Klasse, der fantastisch gut Deutsch sprach. Er zeigte uns die ganze Schule.

Nach der Schulbesichtigung bestiegen wir den Bus zur Stadtrundfahrt. Es begleitete uns eine Lehrerin der Schule, Vera Georgijewna, die eigentlich Englisch und Französisch unterrichtet, uns aber Moskau in sehr gutem Deutsch erklärte.

Endlich konnten wir mit unseren eigenen Augen den Roten Platz mit der Basiliuskathedrale und den Kreml sehen, wo wir natürlich viele Fotos gemacht haben. Wir fuhren zur Christus-Erlöser-Kirche, der wichtigsten Kirche Russlands, die wir auch von innen besichtigen durften.

Nach einem kurzen Aufenthalt am Neujungfrauenkloster ging es weiter zu den Sperlingsbergen, von wo wir das Panorama Moskaus bei super Sicht betrachteten. Fast hätten wir dabei die riesige Lomonossow-Universität hinter uns „übersehen“.

Auf dem Rückweg zur Schule sind wir in einen dicken Stau geraten. So mussten unsere Partnerschüler fast eine Stunde an der Schule auf uns warten. Den Nachmittag verbrachten wir alle mit unseren Partnern.

Daniel

Dienstag, 13.09.2011 – Besuch des Kremls in Ismailowo


Für den heutigen Tag war sehr viel geplant.

In der Schule angekommen begleiteten wir unsere Gastschüler in ihre erste Unterrichtsstunde. Was ich sehr interessant fand, war, dass erst nur sechs Schüler in der Klasse saßen und erst zwanzig Minuten später drei weitere kamen.

Nach der ersten Stunde fuhren wir gemeinsam mit unseren Gastschülern, Frau Kittmann, Frau Zacharias und zwei Lehrerinnen unserer russischen Gastschule zum Kreml Ismailowo, dem genau nach Zeichnungen aus dem 17. Jahrhundert nachgebauten Kreml Peters I. Zwei sehr nette junge Frauen in russischer Nationaltracht, beide mit dem Namen Anna, empfingen uns sehr freundlich und zeigten uns den Kreml.

Das höchste Gebäude des Kremls ist die Kirche, die komplett aus Holz und ganz ohne Nägel gebaut wurde. Wir durften auch den Kirchturm besichtigen und an den Glocken läuten. Man erzählte uns, dass jede russische Stadt früher eine eigene Melodie der Glockenspiele hatte und, dass jeder an diesen Glocken läuten durfte, der etwas zu feiern oder um jemanden zu trauern hatte. Heute kann man im Kreml heiraten und vom Kirchturm weiße Tauben fliegen lassen. Außerdem erfuhren wir, dass sich die größte Glocke Russlands im Moskauer Kreml befindet. Doch um die größte Glocke der Welt zu sehen, müsste man bis nach China reisen.

Was mich persönlich sehr beeindruckt hat, war der Zarenpalast im Ismailower Kreml. Diesen hat Peter I von seinem Vater zum ersten Geburtstag geschenkt bekommen. Der nachgebaute Palast aus Holz war für uns schon beeindruckend groß, doch der Originalpalast zu Peters Zeiten soll vier Mal größer gewesen sein.

Als nächstes sahen wir uns auf dem Gelände den Baum des Glücks an. Jedes Hochzeitspaar kann an diesen Baum ein Schloss hängen, mit dem es symbolisch sein Glück besiegelt. Den Schlüssel zu dem Schloss werfen die jungen Eheleute von der Glücksbrücke, die sich neben dem Baum befindet, in das Wasser eines Teiches, damit niemals das Schloss geöffnet werden und ihr Glück abhanden kommen kann.

Einige von uns stellten sich auf die Brücke und warfen ein paar Kopeken hinein, bevor es weiter ging zu einem lustigen Wettbewerb zwischen den deutschen und den russischen Schülern, bei dem wir, bevor wir auf große Suche nach einem im Kreml versteckten Schatz gingen, unseren Teamgeist zeigen sollten. Unsere Gastschüler gewannen 2:1, aber ich glaube in Deutschland werden wir das wiederholen und dann werden wir gewinnen!

Nach dem Wettbewerb konnte die Schatzsuche beginnen. Wir suchten auf dem ganzen Kremlgelände und hatten viel Spaß dabei. Unser Weg führte uns auch auf das nachgebaute erste Schiff von Peter I, vor dem man sich, wenn man damals mit Peter I reden wollte, verbeugen musste.

In dem Spielzeugmuseum auf dem Gelände fanden wir dann endlich unseren Schatz. Es waren Matrjoschkas, die wir anmalen durften. Dies bereitete uns sehr viel Spaß. Nach einem Bummel über den Volkskunstmarkt in Ismailowo fuhren wir mit unseren Gastschülern wieder nach Hause.

Kyra Bartel

Mittwoch, 14.09.2011

Heute hatten wir zuerst 2 Stunden Unterricht. Danach sind wir mit der Metro zur Tretjakowgalerie gefahren. Auf dem Weg zur Galerie schauten wir uns einen Brunnen an, der zum 150. Jahrestag der Tretjakowgalerie errichtet wurde. Er zeigt 3 stilisierte Bilder, von denen wir zwei in der Galerie entdecken sollten. Die Galerie geht auf einen reichen Kaufmann zurück, der Bilder sammelte, und sie zu einer Art Privatmuseum zusammenstellte. Er hieß Pawel Tretyakov. Ende des 19. Jahrhunderts schenkte er seine Sammlung der Stadt Moskau. Die Galerie hat bis jetzt insgesamt 100 000 Werke unter anderem aus dem 18 Jrh., aus dem 19. Jrh., eine Ikonen- und Freskensammlung.

Wir haben im Museum eine sehr interessante Führung mit einer russischen Frau die Deutsch sprach gemacht, die ich nicht nur lehrreich, sondern auch lustig fand, da die Frau immer sagte:

„Interessant, sehr interessant, das hat der Maler wirklich wunderschön gemacht, …“ Wir haben bei der Führung Bilder von berühmten Malern wie Andrei Rubljov, Karl Brjulov, Kiprenskij, der unter anderem auch das Portrait Puschkins malte, und viele, viele mehr gesehen!!! Am besten hat mir das Bild „die Reiterin“ von Karl Brylov gefallen.

Am Ende hat uns Fr. Kittmann noch aufgegeben, zwei Bilder zu suchen, was ziemlich schwierig war, da das Museum so groß war.

Danach sind wir zurück zur Schule zu unseren Austauschschülern gefahren.

Luisa

15.September 2011

Heute kam ich mal wieder zu spät. Sonst war eigentlich alles wie immer, bis auf die kleine Sache die man nicht vergessen sollte, Pia hatte Geburtstag.

Unser heutiges Ziel war der Fernsehturm in Ostankino. Von der Schule aus fuhren wir wieder mit der Metro und das letzte Stück mit der Straßenbahn. Von der Straßenbahn aus sahen wir schon den Fernsehturm. Er sah von weitem so schön aus. Die Lehrer ermahnten uns, nicht so langsam zu laufen. Uns störte das natürlich, weil wir viele Fotos von uns und dem Ostankino Fernsehturm machen wollten. Da wir erst 11.30 auf den Turm fahren durften, mussten wir noch eine ganze Weile warten. Wir verbrachten die Zeit in der Grünanlage am Fuße des Fernsehturms und machten viele Fotos. Als es endlich so weit war, gingen wir durch eine Sicherheits- und Passkontrolle. Ein Guide sollte uns etwas über den Turm erzählen. Leider sprach die Frau so schnell und ohne Pause auf Russisch, dass die uns begleitende Deutschlehrerin keine Chance zur Übersetzung hatte. Das fanden alle etwas doof , aber als wir dann mit dem Fahrstuhl auf 360m Höhe gefahren sind, war alles wieder in Butter. Oben hatte man einen tollen Ausblick. Aber das beste war, dass an einer Stelle der Aussichtsetage der Boden aus Glas war. Wir tasteten uns vorsichtig heran. Das waren so viele Meter Luft unter den Füßen!!! Wenn man da runter gefallen wäre dann….!! Zum Glück war das aber nicht der Fall. Einige von uns setzten oder legten sich auf das Glas und betrachteten die 360 Meter unter ihnen liegende Erde. Ich beschäftigte mich lieber mit dem Anblick der Skyline von Moskau und machte viele Fotos. Der Fahrstuhl, der uns wieder runter brachte, fuhr unheimlich schnell und ich bekam solch einen Druck auf den Ohren, dass mir die Ohren schmerzten.

Ich fand diesen Ausflug wunderschön, zumal auch das Wetter optimal war.

Und am Abend ins Theater

Nach unserem Fernsehturmbesuch fuhr jeder mit seinem Austauschschüler nach Hause. Dort verbrachten wir den Rest des Tages, bis wir uns alle abends gegen 19:30 im Konzertsaal Kosmos trafen. Alle kamen, wie es fürs Theater angebracht ist, ordentlich gekleidet dort an. Die meisten Mädchen trugen ein Kleid und die Jungen einen Anzug oder Hemd und Schlips. Es war ein schöner Anblick, die Gruppe so zu sehen. Wir sahen eine Aufführung des Volkstanzballetts aus Kostroma. Am Anfang habe ich gedacht, dass es langweilig würde, aber die Lieder, Tänze und Kostüme wurden immer interessanter. Es war erstaunlich, wie viele verschiedene Volkstrachten wir an diesem Abend sehen konnten. Die Kostüme waren so schön! Was da für Arbeit drin gesteckt hat, solche Kleidung herzustellen!

In der Pause rannten wir wie immer alle zum Buffet. Wir besorgten uns eine Menge zu futtern. Dies war aber ein nicht ganz so billiger Spaß. Als es weiterging, waren alle sehr gespannt, was auf der Bühne noch passieren würde. Es wurden Tänze zu verschiedenen Jahreszeiten und Szenen aus dem russischen Leben aufgeführt. Wir waren sehr begeistert von der großartigen tänzerischen Leistung des Ensembles.

Am Ende schliefen wir schon halb ein, denn so schön es auch war, wir waren einfach zu müde.

Alle Eltern holten uns nach der Vorstellung vom Konzertsaal ab. Zu Hause fielen wir todmüde ins Bett.

Maria

16.09.2011 – Hallo, ihr Daheimgebliebenen!!!

Wie immer wurde ich um 7.00 Uhr von meiner Gastmama geweckt. Dann gab es Frühstück.

Anschließend brachte die Mama uns zur Schule.

Wir hatten eine Stunde Unterricht – Deutsch… Die Lehrerin fragte uns, was der Unterschied zwischen Berlin und Moskau ist, und was wir alles schon gesehen haben.

Um 9.30 Uhr trafen wir uns mit den anderen in der Eingangshalle, denn wir wollten zum Planetarium fahren. Berliner und Moskauer liefen zur Metro – Karte vorzeigen, ab zur 100m langen Rolltreppe. Wir mussten 4 Stationen fahren. Den Rest haben wir zu Fuß hinter uns gebracht.

Am Planetarium angekommen, wurden wir von unserem Führer empfangen. Frau Kittmann verteilte die Eintrittskarten und dann begann der Mann mit der Einführung in unser Sonnensystem. Wir lernten, wie Erde und Mond entstanden sind, wo welcher Planet seinen Platz am Himmel hat und das jede Galaxie aus tausenden weiteren, winzigen Galaxien besteht. Der Planetariumsführer erklärte uns anhand von einem Erd-, Mond- und Venusglobus, wie unser Sonnensystem funktioniert. Die Führung war leider auf Russisch. Frau Kittmann übersetzte zwar alles, aber da wir nicht die einzigen Besucher waren und es um uns herum sehr laut war, gingen die Worte oft im Lärm unter…

Zum Abschluss gingen wir in die große Sternenhalle. 🙂 Dort sahen wir einen Film, wo noch mal alles anschaulich gezeigt wurde. Dieser Film hat allen gefallen. Danach gingen wir auf die Dachterrasse des Planetariums und sahen uns noch ein paar Modelle an, bevor wir wieder zur Schule fuhren.

An der Schule angekommen, verabschiedeten wir uns voneinander und fuhren nach Hause…

Nachmittags waren wir ein bisschen shoppen und Eis essen. Мороженое было оченъ вкусным!!!

Auf dem Rückweg wurden wir von der Polizei angehalten, weil wir auf der falschen Spur auf die Straße eingebogen waren! Es dauerte Stunden, bis wir weiterfahren konnten… 🙁

Dann waren die Straßen überfüllt, sodass wir ziemlich lange bis nach Hause brauchten. Unterwegs sind Arina und ich im Auto eingeschlafen…

Jetzt gibt es noch Essen und dann gehen wir ins Bett, weil wir morgen früh raus müssen. Wir fahren morgen mit Maggi und Katja nach Archangelskoe (Архангелъское)…

Viele Grüße aus Moskau!!!

Lea

Mein Wochenende in Moskau

Nach einer unausgeschlafenen Woche in Moskau fuhren wir endlich mit unserer Gastfamilie auf ihre Datscha. Die Austauschschülerinnen von mir und meiner Freundin Viktoria, Schwestern die beschlossen hatten zwei Austauschschülerinnen aufzunehmen, bereiteten uns nicht auf das bevorstehende Erlebnis vor, denn die eigentliche versprochene „Datscha“ war in Wirklichkeit ein großes Einfamilienhaus. Das Haus war toll ausgestattet, mit Pools (mit einer Länge bis zu 25 Metern) und mehreren Saunen. Vor Begeisterung und Erstaunen konnten wir unsere Kinnladen gar nicht mehr schließen. Am Samstagmorgen. Nach einer erholsamen Runde Schlaf bekamen wir ein herzlich zubereitetes Frühstück. Nicht lange danach gingen wir in das Haus der Eltern, wo man uns in einen riesigen Massagestuhl setzte, der mir die beste Massage der Welt gab. Danach konnte ich ganz entspannt mit meiner Mutter chatten. Dann sollte es endlich zu dem lang ersehnten Swimmingpool gehen. Als wir dort ankamen, verschlug es uns regelrecht die Sprache. Nach fünf erwärmenden Minuten in der Sauna sprangen wir ins erfrischende Wasser und das wiederholten wir dann dreimal, bis wir uns letztendlich Honig in die Haare schmierten. Als wir dann ausgeruht und entspannt waren, ging es ab nach oben zum Billiardspielen, wobei meine Austauschschülerin Mascha und ich leider verloren. Am späten Nachmittag servierte uns die Großmutter von Anna und Mascha allerlei Delikatessen. Kurz darauf gingen wir zu unserem Zimmern, wo wir uns dann gemütlich hinsetzten und und einen russischen Film ansahen. Dieser Samstag war der entspannteste Tag der Woche und vielleicht auch einer der schönsten. Inzwischen haben wir das Gefühl, als würden wir uns schon ewig kennen. Das war ein wundervoller Tag in Moskau.

Emely

Mein Wochenende

Samstag, 17.09.11

Für heute war eigentlich geplant, in den Zoo zu gehen, doch wegen (angeblich) schlechten Wetters wurde beschlossen, in ein Filzstiefel- und in ein Automuseum zu gehen. Das Museum für russische Filzstiefel war ja noch ganz interessant (wir durften sogar welche anprobieren), doch ein Automuseum ist unglaublich langweilig wenn man sich nicht sonderlich für alte Autos interessiert und die Führung zusätzlich noch auf Russisch ist. Anschließend wollten wir ins Kino gehen, doch da zu dieser Zeit kein passender Film lief, fuhren wir nach Hause. Abschließend wollten wir uns „King Kong“ ansehen, was jedoch auch nicht klappte, da die Eltern meines Austauschschülers unbedingt früh ins Bett gehen wollten. FAZIT: kein so schöner Samstag.

Sonntag, 18.09.11

Heute mussten wir früh aufstehen, da wir in den Zirkus gehen wollten. Wie ich feststellen konnte, unterscheiden sich die russischen Zirkusse grundlegend von den deutschen; sie sind dort nicht in einem Zelt, sondern in einem festen Gebäude, und vor dem Zirkus, in dem wir waren, standen sogar einige Clownsstatuen. Der Innenraum war ähnlich aufgebaut wie eines der hiesigen Zirkuszelte, und auch die Vorstellung verlief ähnlich: Es gab Clowns, Artisten, Akrobaten und (was hierzulande eher selten ist) sogar einen Zauberer. Die Aufführung war einsame Spitze, und in der Pause und nach der Show gab es auch noch viele Angebote; wie in jedem Zirkus konnte man Popcorn und andere Süßigkeiten kaufen, doch in diesem standen auch Spielzeug und Perücken zur Wahl. Danach aßen wir in einem Bistro im Taganskiy-Kaufhaus, wo ich auch noch ein paar Souvenirs kaufen konnte. FAZIT: Der bis jetzt beste Tag in Russland.

Patrick

19. September 2011, Tag VIII


Die zweite und zugleich letzte Woche in Moskau sollte mit einer Exkursion in den Kreml beginnen. Man könnte nun

anmerken, dass ja russische Festungen allgemein als Kreml bezeichnet werden, was vollkommen korrekt ist. Aber um jegliche Unklarheiten zu beseitigen: Wir waren in DEM Kreml, den einzig wahren Moskauer Kreml, welcher zwangsläufig genauso reich an Geschichte ist wie die Stadt selbst.

Ich möchte dabei erwähnen, dass ich mir zuerst herzlich wenig Gedanken über diesen Ausflug gemacht hatte. Meine Probleme waren vorerst ganz andere: Nach dem sehr erholsamen Wochenende hieß es wieder früh aufstehen, Treffpunkt war wie sonst auch 8:15 in der Schule.

Es dauerte nicht lange, bis wir den Weg in Richtung des politischen Zentrums Russlands antraten. Wir fuhren, wie sollte es auch anders sein, mit der Metro. Ich könnte gut mehrere Seiten über dieses Verkehrsmittel, dass bei einer Hasshitliste von Moskau bei mir ganz oben stehen würde, schreiben, doch das tue ich nicht, weil es schließlich nicht meine Aufgabe ist.

Vor den Toren der Festung im Zentrum Moskaus angekommen, merkte man sofort wieder die sture Kompromisslosigkeit, mit der die Sicherheitskräfte ihre Arbeit erledigten: Alle größeren Taschen wurden kontrolliert und mussten gegen ein geringes Entgelt von vierzig Rubeln verwahrt werden. An dem Eingang erwartete uns ebenfalls eine Kontrolle.

Dann waren wir drin, viel Zeit zum Umschauen blieb uns nicht, die Führung über das Territorium würde erst später beginnen. Erst einmal würden wir uns die „Staatliche Rüstkammer“ anschauen. Was ich dort erfuhr, verblüffte mich: Der Museumsführerin zu Folge handelte es sich bei diesem Museum um das älteste Russlands und eines der ältesten in der Welt. Außerdem, so hieß es, sei es das einzige russische Museum, das lediglich Originale ausstellt.

Es ist nicht ganz einfach, dem Namen zu entnehmen, was sich wirklich im Inneren des im Stile des russischen Barocks errichteten Gebäudes befindet. Die Bezeichnung „Rüstkammer“ ist aus vergangenen Tagen, als dort noch die Hofwerkstatt der Fürsten und Zaren war. Dieses Museum ist wahrlich eine Schatzkammer mit Exponaten aus der Zeit der großen Zaren von unschätzbarem Wert.

Trotz dessen, dass man uns immer wieder mitteilte, dass wir nur ein Zwölftel des eigentlichen Bestandes zu sehen bekamen, war meine Begeisterung groß: Gewänder, Throne, Kutschen, Gold- und Silbergeschirr, Alltagsgegenstände, Ikonenrahmen und – was ich besonders gut fand – Waffen, jede Menge Waffen.

Ich finde es keineswegs übertrieben zu sagen, dass man sich wahrlich in die absolutistische Zeit hinein versetzt fühlte, in der noch der Adel die Macht in den Händen hielt. Der Glanz und Prunk des royalen Lebens der vergangenen Tage ist beeindruckend, wenn auch übertrieben und verschwenderisch. Ich habe mich nicht nur einmal gefragt, wie wohl so ein Leben als Zar gewesen sein muss.

Leider war der Zeitrahmen sehr knapp bemessen, weswegen wir die Ausstellung zügig verlassen und wieder nach draußen gehen mussten. Nichtsdestotrotz war es ein grandioser Einblick in das Leben des russischen Adels.

Ich muss mir eingestehen, dass ich lange Zeit überhaupt keinen blassen Schimmer hatte, was es genau mit dem russischen Kreml auf sich hat. Ich stellte mir darunter einfach nur den Kremlpalast vor, in dem Medvedev hinter einem Schreibtisch hockt und seine Amtsgeschäfte erledigt. Weit gefehlt! Der Kreml ist mehr eine eigene kleine Stadt, welche unter anderem den Kremlpalast mit der Residenz des russischen Präsidenten enthält.

Besonders hervorheben möchte ich hier die Kathedralen, vor allem die Mariä-Entschlafens-Kathedrale, welche wir uns auch von innen angesehen hatten und welche durch eine besondere Helligkeit und wunderbare Malereien auffiel. Außerdem nennenswert ist der „Iwan der Große“ Glockenturm und natürlich die Zarenglocke und die Zarenkanone, beides Gegenstände der Superlative. Zwar mittlerweile nicht mehr ganz die Größten ihrer Art, aber immer noch eindrucksvoll.

Gegen 14:00 Uhr, nachdem wir uns noch mit einem Eis gestärkt hatten, gingen wir wieder zurück zur Schule, wo bereits unsere Partnerschüler auf uns warteten. Frau Kittmann hatte uns von vorneherein gewarnt, dass es ein anstrengender Tag werden würde und so war es auch. Wir mussten viel laufen und stehen und genauso viel zuhören, was einigen, mich inbegriffen, nicht gerade leicht fiel, aber dennoch hat sich der Ausflug gelohnt und brachte uns ein Stück der russischen Kultur näher.

Robin

Mittwoch, 21.09.11


Heute ging es mit dem Autobus in den Süd-Osten Russlands, nach Kolomna.

Diese Stadt liegt 110 km von Moskau entfernt.

Nach einer langen, anstrengenden Fahrt erreichten wir und unsere Austauschschüler endlich unser Ziel – den kleinen, im 2 Jahrhundert gegründeten Ort Kolomna.

Das ist eine der ältesten Städte des Moskauer Umlandes.

Bei dem tollen Wetter, das wir hatten, konnte man vom Hauptplatz aus einen schönen Panoramablick auf die Flüsse Moskwa und Kolomna und kleine Wälder genießen.

Außerdem konnte man die goldenen Zwiebeltürme in der Sonne glänzen sehen.

Das hat mir sehr gefallen.

Als wir etwas später die im 16. Jahrhundert erbaute Festung gingen begrüßten uns zwei „Krieger“ in Ritterrüstung. Diese Krieger waren Männer, die die alten Kampfkünste studieren und als Sport betreiben. Vor uns standen die Weltmeister in diesen Kampfkünsten.

Sie zeigten uns die Festung und führten uns Kämpfe mit echten Waffen vor.

Das hat mir nicht so sehr gefallen. Danach durften wir mit einer echten Armbrust auf eine Zielscheibe schießen. Das war sehr lustig, doch leider habe ich total daneben geschossen.

Von der Kremlmauer aus konnte man super auf die alte Kirche und das im Moment wohl beste Eisschnellaufstadion Europas schauen.

Nach der Kreml-Besichtigung gingen wir in das „Museum des vergessenen Geschmacks“. Dort wird gezeigt, wie «Пастила», eine Süßigkeit, hergestellt wurde und zwar nur in Kolomna ab dem 17. Jahrhundert. Man verarbeitete dazu die tausenden Äpfel, die in den Obstgärten der Stadt reiften. Heute wird das wieder nach den alten Rezepten hergestellt und wir durften auch kosten.

Pastila besteht aus getrockneten Mus von Bratäpfeln, das noch mit verschiedenen Früchten ergänzt wird. Wenn Pastila fertig getrocknet ist, wird es in kleine Stücke (Bonbongröße) geschnitten. Die Stückchen sind weich und sie haben mir sehr gut geschmeckt.

Alles in allem war es ein sehr schöner, aber auch anstrengender Tag.

Kassandra

Donnerstag, 22.09.2011

Heute hatten wir eine schöne Exkursion in den Park “ Zarizyno“. Die Fahrt mit der Metro ist gut verlaufen, Patrick, der schon ein paar Mal den Fußboden der Metro genauer „betrachtet“ hat, ist dieses Mal nicht hingefallen. Das Wetter war perfekt zum Spazierengehen im Park. Es war nur etwas kühl. Der Park ist sehr groß. Dort gibt es viele kleinere Teiche und Brücken. Aber mir persönlich haben die großen Fontänen am besten gefallen. Leider waren wir am Morgen dort, abends leuchten die Fontänen in verschieden Farben und sie bewegen sich passend zur Musik. Das hätte ich mir gern auch mal angesehen. Die Paläste im Park wurden von 2 Architekten erbaut, unter Befehl von Katarina der Großen, weshalb der Park auch „Zarizyno“ heist. Mir ist aufgefallen, dass die Gebäude im Park hauptsächlich aus roten Ziegelsteinen gebaut waren und mit Weiß verziert wurden. Mir hat die heutige und letzte Exkursion in Moskau ganz gut gefallen. 🙂

Christian

Flug nach Hause:

Die Herder-Schülerinnen und Schüler mit ihren Moskauer Partnern





0