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Moskaufahrt 2008 – Tagebuchauszüge

Geschrieben am 18. Januar 2011


Vom 3.10.2008 (Lehrertag in Russland, Einheitstag in Deutschland) bis zum 17.10.2008 fuhren 22 Schüler und zwei Lehrer des Herdergymnasiums Lichtenberg nach Moskau und besuchten dort die Schule Nr. 1271…

Nun setzte ich mich über das eindringliche Bitten Galinas hinweg und erreichte, dass wir den Weg zum Kreml zu Fuß antraten. Ich wusste wirklich nicht welch tolle Bewährungsprobe damit verbunden war. Es sollte nämlich bald anfangen immer stärker zu regnen. Und die stoische Gehorsamkeit der Wachposten, die uns dann auch noch die normalen Wege rings um den Wintergarten versperrten, erklärte mein Gastgeber inzwischen mit der Tatsache, dass Putin wohl heute Geburtstag habe. Na dann ein Prost auf unsere nassen Kleider. Nicht jeder konnte meinen Worten vom „nun habt ihr wirklich was zu erzählen; Klasse gemacht!“ schon einen Sinn entlocken. Aber das Programm ging natürlich (was sollten wir sonst etwa tun?) fast normal weiter: Eine Stunde geführter Rundgang auf dem Kremlgelände und abschließend eine gute Stunde mit Führung in der Rüstkammer. Größte Glocke und größte Kanone der Welt im Freien imponierten nur den Umständen entsprechend. Größere Begeisterung dann unter der Bildervielfalt der Ushpenski Sobor und schließlich zwischen sagenhaften Kutschen 40cm engen, oder 16 Kilo schweren Kleidern, wertvollen Zarenkronen oder meisterhaft gefertigter „Ostereier“ in der Rüstkammer…

Ein wenig Einblick ins Schulleben erhielt ich auch noch, indem mir zwei russische Schülerinnen die Turnhalle erschlossen und indem ich nachmittags den Arbeitsgemeinschaften Karate und Tanzen je einen Kurzbesuch abstattete.


Und die Delphine zwischendurch? Traumhaft, was die so boten an tierischen Sprung-, Tanz- und Gesangserlebnissen. Vorher ein Kurzvortrag eines Akademiemitglieds, der sich, wie wir später „nebenbei“ erfuhren, hier auch mit der Behandlung behinderter Kinder mittels Delphinkontakten beschäftigt.

Angeregt durch die Gespräche in der Busreihe hinter mir, habe ich heute mal herumgefragt, was es denn in den Quartieren so zu essen gibt. Bei der Verschiedenartigkeit der Antworten vom berühmten Gericht Neiswestno über Fleisch als Schnitzel oder Boulette bis zu russischen Spezialitäten bestätigten doch alle, dass die Gastgeber sehr bemüht sind, alle Bedürfnisse ihrer Gäste gut zu befriedigen. Die Essensaufforderungen oder Hungernachfragen werden eher als etwas häufig empfunden….


Wenn es hier in Moskau nur den gestrigen Abend gegeben hätte, der Flug hätte sich schon gelohnt! Dieses traumhafte Spiel in tollen Bühnenbildern mit herrlichem Farbenspiel, traumhaften Klängen, graziösen, bis in die Fingerspitzen exakten, abgestimmten Bewegungen, das sich hinter dem Namen Schwanensee im Stanislawskowo Theater verbarg, versetzte mich fast in Trance. Bei allem Respekt vor allen bisherigen und den noch folgenden Programmpunkten. Das war er wohl, der Höhepunkt für alle Exkursionsteilnehmer.

Für mich als Kosmonautenbewerber aus Kinderzeiten war natürlich auch der Erstbesuch des Sternenstädtchens eine Erfüllung alter Träume. Zwar hatte ich gelegentlich schon Raumfahrzeuge im Original sehen und begehen können. Jetzt aber die Originaltrainingsgeräte: die Zentrifuge, die Ihren 12 – m – Arm immerhin auf 275 km/h beschleunigen kann und das Schwimmbecken mit der zur Zeit herausgehievten Raumstation. Kosmonauten sagten wohl, man spüre keinen Unterschied für Außenbordarbeiten im All und denen im Wasserbecken. Die Erklärungen für Ernährung, Landungsrettungspaket und Entsorgung waren eigentlich auch ganz interessant. Himmlisch! Himmlisch?…


Rechts ran rechts ran rechts Brush SteppLinks ran links ran links Brush Stepp
So geht der erste Kreistanz „Podaraki“ los,
mit dem wir uns heute morgen in der Aula begrüßt haben.

Es ist zum anderen der Versuch noch mal von einer anderen Seite eine Atmosphäre zu schaffen, die die Erlebnisfähigkeit verbessern könnte.Zumindest haben alle mitgemacht und morgen wiederholen wir früh die drei gelernten und zeigen ein oder zwei neue Tänze….

Ralf Sachse

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