„Wir sind zu unserem Glück vereint“

Schüler des Johann-Gottfried-Herder Gymnasiums hören die „Europarede“ im Haus der Berliner Festspiele.

 

Am 9. November 2011 waren 10 Schüler und 2 Lehrer unserer Schule eingeladen, sich die Europarede, auch „State of Europe“ genannt, anzuhören. In diesem Jahr wurde sie trotz einiger wichtigen und zeitnahen Treffen von José Manuel Barroso, dem Präsidenten der Kommission gehalten.

In einer Zeit der Krise und der Ungewissheit was nicht nur die Eurozone, sondern auch die Europäische Union selbst betrifft, waren wir alle sehr gespannt darauf, was der Politiker sagen würde. Doch zunächst mussten wir uns eine Stunde gedulden – denn aufgrund des Berliner Nebels kam Barroso mit Verspätung an.

Herr Prof. Lammert, der die (un)dankbare Aufgabe hatte, die Zuhörer eine Weile bei Laune zu halten, war nicht nur eine gute Unterhaltung. Er stimmte das Publikum schon auf ein wichtiges Thema ein: die Krise und all die Diskussionen über alles, was damit zusammenhängt. So warnte er davor, eine volksnähere europäische Demokratie auf Kosten der nationalen Parlamente aufzubauen.

Schließlich übernahm Barroso das Rednerpult. Der Präsident der europäischen Kommission sprach zuerst über das Datum, an dem wir uns versammelt hatten. Denn nicht nur für Deutschland, sondern auch für Europa ist es von Bedeutung… Auch ein paar Deutschkenntnisse gab er Preis: So wiederholte er wieder und wieder den Satz „Wir sind zu unserem Glück vereint“. Ein Satz, der auch für kommende Generationen gelten soll.

Kurz fasste er auch die (Erfolgs-)Geschichte der EU zusammen – und kam schließlich auf das allseits erwartete Thema: die Schuldenkrise in Griechenland. Anders als unsere Bundeskanzlerin sprach er enthusiastisch über die Einführung von Eurobonds und bezog sich unter anderem auf den Lissabon Vertrag. Er warnte außerdem vor einer Spaltung innerhalb der EU in Eurozone und Nicht-Eurozone und forderte daher eine stärkere Integration der Mitgliedsstaaten.

Im Allgemeinen schienen Schüler und Lehrer interessiert, auch wenn ein Teil der Rede ziemlich trocken gestaltet war. Auch sorgte die Rede für Gesprächs- und Diskussionsstoff. Bei Häppchen und Wein ließ es sich gut diskutieren. Unsere beiden Lehrer Herr Stöckl und Herr Gründel schienen sich darüber einig, dass die Rede mal eine gute Klausur abgeben würde. Wir Schüler haben den Abend genossen!

Claudia Reinicke